Raffael Sulzinger Aktuell: Rost erfolgreich abgeschüttelt
Starkes Comeback: Der Tittlinger Raffael Sulzinger (MSC Dreiburgenland/ADAC Südbayern e.V.) startete bei der ADAC Actronics Rallye Sulingen erstmals mit dem neu aufgebauten Ford Fiesta Rally4 in der Deutschen Rallye-Meisterschaft und zeigte in der stark besetzten DRM4-Klasse (13 Teilnehmer) konkurrenzfähige Zeiten.
Die Vorbereitung auf das Wochenende verlief intensiv. Bis kurz vor der Abreise wurde im Team gearbeitet, die Nächte waren kurz, doch pünktlich zum Shakedown stand der Fiesta einsatzbereit im Servicepark. Sulingen bedeutete zudem einen doppelten Härtetest, weil neben dem Comeback des 2022 verunfallten Autos auch eine neue Cockpit-Konstellation an den Start ging: Sulzinger fuhr erstmals mit Maresa Lade (ADAC Weser-Ems e.V.).
Bereits am Donnerstag zeigte sich, dass dieses Paket funktioniert. Trotz ungewohnter Hankook-Einheitsreifen fand das Duo rasch einen guten Rhythmus. Die Umstellung auf eine weichere Hinterachse vor der ersten Wertungsprüfung am Freitag veränderte das Fahrverhalten des Fiesta deutlich. Dennoch gelang es Sulzinger und Lade, sich schnell auf das Setup einzustellen und konkurrenzfähige Zeiten zu fahren. Am Samstag konnte das Team das Tempo weiter steigern und einen starken zweiten Rallyetag absolvieren.
Noch reichlich Potenzial vorhanden
„Von Anfang an hatte ich ein hartes Bremspedal. Das konnten wir während der Rallye nicht beheben. Dadurch fehlte mir das Vertrauen, um mit knapp 180 auf Bäume und Gräben zuzufahren und am allerletzten Drücker zu bremsen – aber genauso fährt man in Sulingen Bestzeiten. Auch musste ich teilweise weitere Bögen fahren, da wir noch mit der alten Bremsbelag-Variante fuhren und ich das Auto nicht mit der Handbremse im engen Radius um die Abzweige lenken konnte. Da geht also noch was!“, zeigt sich der DRM-Vizemeister der Fronttriebler-Wertung von 2023 zuversichtlich.
In der DRM4-Wertung setzten sich Patrick Pusch/Tilmann Bößert im Opel Corsa Rally4 durch. Das Duo übernahm bereits auf der zweiten Prüfung die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Platz zwei ging an Felix Schumann/Gino Kruhs im Renault Clio Rally4. Die Zielankunft blieb Raffael Sulzinger und Maresa Lade verwehrt. Auf der allerletzten WP sprang ein Sicherungsring im Antrieb aus seinem angedachten Platz. Um Folgeschäden zu vermeiden, wurde der Fiesta abgestellt. Trotz des Ausfalls war es ein positives Wochenende. In einer stark besetzten DRM4-Klasse zeigte das neu formierte Duo, dass der Ford Fiesta Rally4 konkurrenzfähig ist und eine solide Basis für weitere Einsätze bietet.
„Natürlich ist es schade ohne DRM-Punkte die 8-Stunden-Rückreise nach Niederbayern anzutreten. Aber wir wussten, dass es hart wird und es lief deutlich besser als man erwarten konnte. Danke fürs Mitfiebern, für die vielen Nachrichten und für den Support durch mein grandioses Team, der Familie und der Freunde vor Ort in Sulingen“, so Sulzinger.
Foto: Lothar Bökamp // ANTRIEB.MEDIA

