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Lukas Meiners Aktuell: Junior-Cup-Podium in Visselhövede

Die Visselrallye war für Lukas Meiners und Beifahrer Leon Witte weit mehr als nur der dritte Lauf zum ADAC Rallye Junior Cup. Nach dem frühen Ausfall bei der Hunsrück-Junior-Rallye stand für das Nachwuchsduo vor allem ein Ziel im Mittelpunkt: das verlorene Selbstvertrauen zurückzugewinnen.

„Vor den vielen Freunden, Vereinskollegen und unseren Familien wieder ins Ziel zu kommen, war für uns wichtiger als jede Platzierung“, erklärt Meiners. Dieses Ziel erreichte das Duo eindrucksvoll. Nach sieben anspruchsvollen Wertungsprüfungen und 69 Kilometern Vollgas belegten die beiden den dritten Platz im ADAC Rallye Junior Cup und verpassten Rang zwei lediglich um zehn Sekunden.

Heimrallye vor Freunden und Familie

Obwohl Visselhövede rund 100 Kilometer von Elsfleth und Barenburg entfernt liegt, gilt die Veranstaltung für das Team als Heimrallye. Entsprechend groß war die Unterstützung entlang der Strecke. Neben den Familien waren zahlreiche Freunde und Vereinskollegen aus den Motorsportvereinen in Bremerhaven und Sulingen vor Ort. „Im Norden kennt man sich einfach. Man trifft immer wieder dieselben Gesichter. Dass so viele Menschen an der Strecke standen und uns unterstützt haben, war unglaublich schön“, berichtet Meiners. Besonders beeindruckt zeigte sich der Elsflether von der Atmosphäre entlang der Prüfungen. „Nicht nur an den Wertungsprüfungen standen hunderte Zuschauer. Selbst an den Verbindungsstrecken zwischen den Prüfungen haben uns Menschen zugewunken und angefeuert. Viele Familien saßen in ihren Gärten, Kinder standen an den Straßen.“

Bis zu 150 km/h auf Schotter

Sportlich verlangte die Visselrallye dem Duo alles ab. Die schnellen Wald- und Feldwege rund um Visselhövede boten wenig Grip, hohe Geschwindigkeiten und zahlreiche Mutpassagen. Ein Highlight war die rund zwölf Kilometer lange Wertungsprüfung mit mehreren Kilometern Schotteranteil. „Hier hat meine Pulsuhr Spitzenwerte von 170 Schlägen pro Minute gemessen. Gleichzeitig muss man jederzeit hochkonzentriert bleiben. Das macht für mich den Reiz des Rallyesports aus“, erklärt Meiners. Mit bis zu 150 km/h ging es über die lose Oberfläche.

Zwei Schreckmomente bleiben in Erinnerung

Ganz ohne brenzlige Situationen verlief die Rallye jedoch nicht. Beim Anbremsen einer Schotterkurve verzögerte der Opel Corsa Rally6 zunächst kaum. „Wir bremsten mit rund 130 km/h an und hatten kurz das Gefühl, dass das Auto gar nicht langsamer wird. Zum Glück kam rechtzeitig Grip auf und wir haben die Kurve noch erwischt“, berichtet Meiners Noch enger wurde es in einer schnellen Linkskurve: „Plötzlich kam das Heck. Ich habe aus dem Seitenfenster einen Baum auf uns zukommen sehen. Instinktiv würde man bremsen – im Rallyeauto muss man dann Gas geben. Zum Glück hat es funktioniert.“

Wichtige Schritte auf einer steilen Lernkurve

Der dritte Platz bedeutet wichtige Punkte für die Meisterschaft. Noch wichtiger sind für das Duo jedoch die gesammelten Erfahrungen. Die Nachwuchsserie wird mit identischen Opel Corsa Rally6 ausgetragen. Unterschiede entstehen daher vor allem durch das Zusammenspiel von Fahrer und Beifahrer. „Leon und ich arbeiten erst seit wenigen Monaten zusammen. Die Vorbereitung läuft inzwischen deutlich entspannter und strukturierter. Wir lernen bei jeder Rallye dazu“, sagt Meiners.

Traum bleibt bestehen

Finanziert wird das Projekt durch Eigenleistungen, regionale Partner und die Unterstützung des ADAC Weser-Ems. Neben Beruf und Alltag investieren die beiden mehrere Wochen pro Rallye in Sponsorensuche, Vorbereitung und Streckenarbeit. Das Ziel für die Saison bleibt bewusst bodenständig. „Wir wollen ankommen, Erfahrungen sammeln und die Saison komplett fahren. Wenn am Ende ein Platz unter den Top Drei im Junior Cup herausspringt, wäre das ein Traum. Das ist aber nur möglich mit der Unterstützung von Partnern wie H. R. Heinicke aus Verden, die uns in Visselhövede unterstütz haben.“

Dank an die Veranstalter

Ein besonderer Dank gilt der Motorsportgemeinschaft Visselhövede sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern entlang der Strecke. Die Vissel-Rallye zählt aus Sicht des Teams zu den besten Rallyeveranstaltungen Norddeutschlands.„Was die Organisatoren hier gemeinsam mit hunderten Ehrenamtlichen auf die Beine stellen, ist beeindruckend. Die Sperrung zahlreicher Ortsdurchfahrten und sogar einer Bundesstraße bedeutet einen enormen organisatorischen Aufwand und erfordert viel Unterstützung durch Gemeinden, Anwohner und Behörden. Wir sind unglaublich dankbar, dass der Rallyesport hier im Norden auf so viel Zuspruch trifft“, betont Meiners.

Weiter geht es für das norddeutsche Duo aus Elsfleth und Barenburg im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft am 14. und 15. August bei der ADAC Saarland-Pfalz Rallye.

Foto: Lars Krone/Power Stage Images

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