Hink und Bieg gewinnen in Bremerhaven
Benjamin Hink und Michael Bieg lieferten sich zwei spannende Duelle in den beiden Rallyesprints in Bremerhaven. Beiden gelang jeweils ein Sieg.
Seit 1981 werden auf dem Gelände des Fischereihafens Rallyesprints ausgetragen. In diesem Jahr fanden bereits die Auflagen 57 und 58 der Traditionsveranstaltung statt. Jeweils vier Wertungsprüfungen mussten die Teilnehmer auf dem Rundkurs absolvieren, am Vormittag gegen den Uhrzeigersinn, nachmittags andersherum. BMW-M3-Pilot Benjamin Hink – mit Frauke Stuwe an seiner Seite – setzte sich am Morgen mit zwei Bestzeiten an die Spitze. Bieg und Co. Vanessa Dagge waren jedoch nur knapp langsamer. Auf der dritten Prüfung waren die Rivalen gleich schnell, ehe Bieg mit der Bestzeit auf der letzten WP noch einmal zum Angriff blies. Doch es reichte nicht: Hink gewann mit 2,7 Sekunden vor dem Mitsubishi-Fahrer. Für den Niedersachsen war es bereits der achte Sieg in Bremerhaven, siebenmal als Fahrer, einmal als Beifahrer. Gesamtdritte wurden Kevin Dumke/Mats Grünhagen in einem weiteren BMW M3. Sie lagen im Ziel 23,6 Sekunden hinter ihrem Markenkollegen. Als Vierte folgten Geburtstagskind Heiko Imiolczyk und Roland Winterkorn im neu folierten Opel Corsa Rally4, der erstmals im Michel-Vaillant-Look antrat. Die Top 5 komplettierten Axel Potthast und Inka Lerch im Ford Escort RS 1800. Vorjahressieger Frank Reimann musste seinen Subaru nach zwei Prüfungen abstellen.
Die Klassensieger am Vormittag:
RC4: H. Imiolczyk/R. Winterkorn, Opel
NC1: M. Bieg/V. Dagge, Mitsubishi
NC2: B. Hink/F. Struwe, BMW
NC3: A. Potthast/I. Lerch, Ford
NC4: D. Gumrich/T. Plath, VW
NC6: J. Semmelhaack/C. Saathoff, Subaru
NC7: R. Schwirz/J. Schwirz, VW



Nach einem Regenschauer in der Mittagspause ging es um 14:30 Uhr mit dem zweiten Rallyesprint weiter. Die nassen Bedingungen sorgten vor allem auf den Kopfsteinpflasterabschnitten bei einigen Startern für haarige Momente. Erneut war Hink auf der ersten WP Schnellster, Bieg folgte nur 0,3 Sekunden dahinter und übernahm mit der Bestzeit auf der nächsten Prüfung die Führung. Die Entscheidung fiel schließlich auf der dritten WP: Hink lief auf einen anderen Teilnehmer auf und berührte dabei eine Schikane – was zehn Strafsekunden bedeutete. Bieg war erneut Schnellster und lag nun 13,6 Sekunden vorn. Mit einer weiteren Bestzeit zeigte Hink auf der letzten Prüfung noch einmal sein Potenzial, doch mit 11,5 Sekunden schnappten sich Bieg und Beifahrerin Dagge den Sieg. Hinter den Dauerrivalen kamen diesmal Potthast/Lerch als Dritte ins Ziel. Platz vier holten sich erneut Heiko Imiolczyk/Roland Winterkorn, als Fünfte folgten John Semmelhaack und Christian Saathoff (Subaru).
Die Klassensieger am Nachmittag:
RC4: H. Imiolczyk/R. Winterkorn, Opel
NC1: M. Bieg/L. Dagge, Mitsubishi
NC2: B. Hink/F. Struwe, BMW
NC3: A. Potthast/I. Lerch, Ford
NC4: C. Dohle/M. Dohle-Martin, Peugeot
NC6: J. Semmelhaack/C. Saathoff, Subaru
NC7: R. Schwirz/L. Schwirz, VW



Inklusionsaktion von Lukas Meiners
Lokalmatador Lukas Meiners sorgte in Bremerhaven mit einer besonderen Aktion für Aufsehen: Der Niedersachse, der eigentlich im ADAC Rallye Junior Cup antritt, absolvierte am Nachmittag in einem Opel Corsa Rally4 mit dem querschnittsgelähmten ehemaligen Motorsportler Philipp Dehne als Beifahrer die Wertungsprüfungen. „Dank der großartigen Sponsoren, die diese Aktion so klasse unterstützt haben, sind nach Abzug aller Kosten 800 Euro übergeblieben. Da habe ich 100 Euro draufgelegt und in Summe 900 Euro an die AMF Bruns Stiftung in Apen für die Unterstützung von Spezialumbauten für körperlich eingeschränkte Menschen gespendet“, sagte Meiners. „Ich habe selbst Motorsport betrieben, bis ich durch meine Einschränkung damit aufhören musste. Dass ich jetzt wieder in einem echten Rallyeauto sitzen durfte, bedeutete mir unglaublich viel“, freute sich Dehne. „Die Unterstützung aus der Rallyeszene motiviert mich, vielleicht sogar selbst wieder Motorsport zu betreiben – mit speziell umgebauten Karts ist das möglich.“
Text und Fotos: Lars Krone/Power Stage Images

