Lukas Meiners Aktuell: Lernkurve statt Ergebnis
Neues Auto, neues Team und viele neue Eindrücke: Elsflether Lukas Meiners absolviert mit Beifahrer Leon Witte aus Barenburg ein intensives Rallye-Wochenende rund um die Motorsport-Arena Oschersleben. Trotz eines entscheidenden Rückschlags im Rundkurs zeigte das Team starke Einzelleistungen, sammelte wertvolle Erfahrung und machte deutlich, welches Potenzial im neuen Paket für die Zukunft steckt.
Eingewöhnung zum Auftakt
Das Rennwochenende rund um die Motorsport-Arena in Oschersleben begann mit der ersten von insgesamt sechs Prüfungen, die vor allem der Eingewöhnung diente. Ziel war es, ein Gefühl für den Grip zu bekommen, die Schaltzeitpunkte zu finden und sich an das neue Rallyeauto zu gewöhnen – ohne Traktionskontrolle oder ABS, wie man es aus dem Straßenauto kennt. Gerade zu Beginn ging es darum, Vertrauen ins Fahrzeug aufzubauen und Schritt für Schritt schneller zu werden.
Entscheidender Rückschlag im Rundkurs
In der zweiten Prüfung folgte dann der entscheidende Rückschlag. Zunächst drehte sich das Fahrzeug nach einem zu aggressiven Einsatz der Handbremse. Wenig später kam es im Rundkurs zu einem folgenschweren Missverständnis im Cockpit. Gerade Rundkurse gelten als besonders fehleranfällig, da der Beifahrer im richtigen Moment ansagen muss, den Kurs zu verlassen, anstatt eine weitere Runde zu fahren. Nach einer kurzen Unsicherheit darüber, in welcher Runde sich das Team befand, wurde eine Runde zu viel gefahren. Der daraus resultierende Zeitverlust von rund eineinhalb Minuten machte alle Hoffnungen auf einen möglichen Sieg zunichte.
„Wir sind beide noch unerfahren und haben bei der Streckenbesichtigung etwas Neues ausprobiert – und genau das ist uns leider zum Verhängnis geworden“, erklärt Meiners offen. „Leon war sich kurz unsicher, in welcher Runde wir sind. Zwar konnte er kurz vor dem Abzweig noch ansagen, dass wir rausfahren müssen, aber ich war mir sicher, dass wir noch eine Runde fahren müssen. In diesem Moment war es passiert.“
Starke Antwort auf der DTM-Strecke
Doch das Team steckte nicht auf. In der dritten Prüfung auf der DTM-Rennstrecke Oschersleben folgte eine starke Reaktion. Nach knapp 9 Minuten Fahrzeit fehlten lediglich 1,5 Sekunden auf den erfahreneren Konkurrenten.
„Die Strecke, auf der auch die DTM fährt, hat schnelle Kurven, in denen man mit dem linken Fuß auf der Bremse das Heck zum Rutschen bringen kann. Das macht riesigen Spaß und liegt mir sehr gut“, so der Elsflether.
Prüfungsbestzeit auf der Kartbahn
Auch die fünfte Prüfung verlief äußerst erfolgreich. Auf der Strecke, die auf und um die Kartbahn führt, konnte das Team die Wertungsprüfung für sich entscheiden. Dass das Fahrzeug einige Kratzer auf der linken Seite davon trägt, zeugt von vollem Einsatz.
Zeitverlust trotz starker Pace zum Abschluss
In der sechsten und letzten Prüfung musste ein Fahrzeug der schnelleren Klassen vorbeigelassen werden. Dabei ging zwar wertvolle Zeit verloren, dennoch betrug der Rückstand am Ende lediglich 8,3 Sekunden auf den direkten Konkurrenten – ein starkes Zeichen für das Potenzial des neuen Duos.
Fazit: Erfahrung wichtiger als Ergebnis
„Neues Team, neues Auto, neue Rallye – hier zählt nicht das Ergebnis, sondern die Erfahrung“, lautet das klare Fazit. Die Fahrzeugklasse Rally6, zu der auch der Opel Corsa gehört, ist brandneu und kommt in der Rallye-Saison 2026 zum ersten Mal zum Einsatz. „Mit Leon habe ich einen jungen, ambitionierten Beifahrer, mit dem ich zum ersten Mal gefahren bin. Unter diesen Voraussetzungen bin ich mit unserer Leistung sehr zufrieden.“
Ob das Duo künftig im neuen ADAC Opel Rallye Junior Cup an den Start geht, ist derzeit noch offen. Das Wochenende hat jedoch gezeigt, dass es mit den neuen, kosteneffizienten und streng reglementierten Opel Corsa vor allem auf das Zusammenspiel von Fahrer und Beifahrer ankommt.
Foto: Dominik Autengruber

