Rallye del Paraguay: Doppelsieg für Toyota
Das Toyota Gazoo Racing World Rally Team hat bei der Rallye del Paraguay eine herausfordernde neue Aufgabe gemeistert und einen Doppelsieg eingefahren: Sébastien Ogier kämpfte sich eindrucksvoll zurück und sicherte sich den Sieg, während Elfyn Evans auf dramatische Weise im letzten Abschnitt den zweiten Platz belegte.
Der erste Besuch der FIA World Rally Championship im südamerikanischen Land war für Teams und Fahrer eine Reise ins Unbekannte. Neben der herzlichen Begrüßung durch leidenschaftliche lokale Fans erwarteten sie anspruchsvolle Schotterprüfungen auf schnellen Straßen mit rotem Lehmboden, der wechselnde Haftungsbedingungen bot.
Erhebliche Bodenwellen und scharfe Steine stellten Autos und Reifen auf eine harte Probe.
Ogier und sein Beifahrer Vincent Landais erlitten bereits in der zweiten Wertungsprüfung am Freitag einen Rückschlag durch Reifenschaden und lagen 36 Sekunden hinter der Spitze.
Danach waren sie das schnellste Duo, gewannen neun der 19 Prüfungen und arbeiteten sich von Platz acht bis Samstagmittag auf Rang zwei vor. Ogier übernahm die Führung, als Teamkollege Kalle Rovanperä durch einen Reifenschaden wertvolle Zeit verlor und aus dem Kampf um den Sieg ausschied.
Regen erschwerte die Bedingungen am Sonntag zusätzlich, doch Ogier nutzte seine Erfahrung und baute seinen Vorsprung auf fast 40 Sekunden aus. Dieser erwies sich als entscheidend, als er im abschließenden Power Stage vom stärksten Regen getroffen wurde – dennoch sicherte er sich den Sieg mit 26,2 Sekunden Vorsprung.
Es ist Ogiers vierter Sieg bei sieben Starts in dieser Saison, der 65. seiner WRC-Karriere und sein erster überhaupt in Südamerika.
Der neunte Saisonsieg des Teams ist zugleich der 102. Sieg von Toyota in der Geschichte der WRC – damit zieht Toyota mit Citroën gleich, was die meisten Siege eines Herstellers betrifft.
Evans und sein Beifahrer Scott Martin kehrten nach einer schwierigen Phase, in der sie oft die Schotterstraßen freifahren mussten, eindrucksvoll aufs Podium zurück. Sie konnten viele der Probleme vermeiden, die andere Teams trafen. Zwar rutschten sie am Sonntag kurzzeitig von der Strecke, eroberten aber in WP18 Platz drei zurück und sicherten sich im letzten Abschnitt trotz starken Regens Platz zwei.
Mit Platz drei am „Super Sunday“ und Rang vier im Power Stage baut Evans seine Führung in der Fahrerwertung von drei auf sieben Punkte gegenüber Rovanperä aus, Ogier liegt neun Punkte dahinter.
Nach dem Rückschlag in WP14 fiel Rovanperä mit Beifahrer Jonne Halttunen auf Platz sechs zurück, konnte aber mit Platz zwei am Super Sunday und im Power Stage wertvolle Punkte retten und belegte am Ende Rang fünf.
TGR-WRT führt nun mit exakt 100 Punkten Vorsprung in der Herstellerwertung – bei noch vier ausstehenden Rallyes.
Sami Pajari belegte im TGR-WRT2-Einsatz den sechsten Gesamtrang, nachdem er am Freitag mit starker Leistung um das Podium kämpfte, aber wegen eines Reifenschadens anhalten und wechseln musste. Takamoto Katsuta musste am Freitag mit Schaden aufgeben, startete am Samstag neu und belegte Platz fünf im Power Stage sowie Rang sechs am Super Sunday.
Oliver Solberg zeigte eine beeindruckende Aufholjagd und gewann die WRC2-Kategorie im von Printsport eingesetzten GR Yaris Rally2. Nach einem schleichenden Plattfuß in WP3 lag er über eine Minute zurück, gewann jedoch mit Beifahrer Elliott Edmondson zwölf Prüfungen in Folge und übernahm am Sonntag die Führung. Solberg führt nun die WRC2-Wertung mit elf Punkten Vorsprung – bei noch einer verbleibenden Möglichkeit zu punkten.
Juha Kankkunen (Stellvertretender Teamchef):
„Wir können mit diesem fantastischen Doppelsieg für das Team wirklich sehr zufrieden sein. Es war eine Rallye mit vielen Höhen und Tiefen für alle Beteiligten – obwohl sie im Vorfeld eher unkompliziert wirkte, passierte unglaublich viel. Selbst am letzten Tag sorgte Regen noch einmal für zusätzliche Spannung. Seb hat an diesem Wochenende großartige Arbeit geleistet und sowohl seine Erfahrung als auch seine Geschwindigkeit gezeigt. Elfyn hat sich am Ende ebenfalls stark geschlagen und sich Platz zwei gesichert. Unsere anderen Fahrer hatten weniger Glück, aber für die Herstellerwertung ist das ein sehr gutes Ergebnis. Wir haben jetzt einen komfortablen Vorsprung, aber im Rallyesport kann sich alles blitzschnell ändern – deshalb müssen wir bis zum Saisonende konzentriert bleiben.“
Foto: Toyota Gazoo Racing

